Über die letzten 25 Jahre ist es dem französischen Toningenieur und Studiobetreiber Henry Puizillout gelungen, fernab der großen Metropolen, in der Bretagne, ein erfolgreiches Unternehmen zu etablieren. Sein 1994 eröffnetes Tonstudio L’Oreille du Chat („Katzenohr“) zog 2003 in größere Räumlichkeiten im beschaulichen Bruz, etwa 20 km von Rennes entfernt. Als Spezialist für Filmton und Postproduktion für Dokumentationen hat Henry Puizillout für große Rundfunkanstalten wie France Télévisions gearbeitet. Zu den Glanzpunkten seiner Karriere gehören darüber hinaus mehrere Filme in 360° für WWF France und 3D Filme für Océanopolis, für die er den perfekten Ton lieferte. Präzises Studio-Monitoring ist daher von essentieller Bedeutung im Studio L’Oreille du Chat – nicht nur in Stereo, sondern auch in verschiedenen Surround-Formaten. Wir sprachen mit Henry Puizillout über seine Leidenschaft für guten Sound und seine Gründe, sich für Studiolautsprecher von Neumann zu entscheiden.

Henry, erzähl uns doch bitte, wie du zum Beruf des Toningenieurs gekommen bist!

Vor und während meines Tontechnikstudiums habe ich in einem Hi-Fi-Laden gearbeitet, dessen außergewöhnliches Sortiment eher Spezialisten ansprach. Damals haben wir viele Sachen ausprobiert, indem wir Blindtests machten. Wir waren sehr kritisch, und ich glaube, diese Denkweise habe ich beibehalten. Noch heute wähle ich mein professionelles Equipment nach diesem Ansatz aus: Unser Augenmerk gilt der Arbeit mit Sound, nicht den technischen Kenndaten. Ich arbeite seit 1986 als professioneller Toningenieur für Recording, Editing und Mixing.

Was ist das Besondere an deinem Studio?

Alles wurde für ein bereits existierendes Gebäude mit Steinwänden maßgefertigt. Wir haben genauestens darauf geachtet, dass in den klangrelevanten Räumlichkeiten keine parallelen Oberflächen entstehen. Der Regieraum hat ein Volumen von 93 m3, der Aufnahmebereich kommt auf 55 m3; außerdem gibt es einen Empfangsbereich mit Tee und Kaffee sowie ein Büro für die Buchhaltung, das wir auch für Instandsetzungsarbeiten nutzen. Uns ist wichtig, dass sich nicht nur Regisseure und Produzenten bei uns wohlfühlen, sondern auch die freiberuflichen Toningenieure, an die wir das Studio vermieten. Unsere Leidenschaft gilt dem Sound, daher wählen wir unser Equipment in erster Linie nach Klangqualität aus, an zweiter Stelle steht die Ergonomie. Andere Parameter sind von geringerer Bedeutung.

Was ist dein Hauptgeschäft?

Wir mischen hier vorwiegend Dokumentationen, daneben aber auch Spielfilme und Animationsfilme. Wir machen auch Sound Editing sowie gelegentlich Sound-Effekte und Foley Post Production. Wir realisieren auch VR-360°-Sound mit Aufnahmen im Ambisonic-Verfahren und mischen binauralen 3D-Sound.

Du bist schon lange dabei, wie hat sich das Geschäft in den letzten Jahren verändert?

Wir haben immer mächtigere Tools, aber wir bekommen immer weniger Zeit, sie auszuschöpfen. Beispielsweise kommen Regisseure bisweilen mit Tonspuren in bescheidener Qualität, weil es beim Dreh gar keinen keinen Toningenieur gab – bei Dokumentationen ist das recht häufig der Fall. Also müssen wir unsere Zeit darauf verwenden, den Sound zu „reparieren“, wodurch uns dann kaum noch Zeit für die Kreativarbeit bleibt. Das kann sehr frustrierend sein, zumal selbst mit dem besten Equipment, das der Markt bietet, das Endresultat einfach nicht so gut wird, wie es hätte sein können. Das ist kein neues Phänomen, aber leider wird es immer mehr zur Norm.
__
Warum hast du dich für Neumann-Studiomonitore entschieden?

Es ist extrem wichtig und gleichzeitig schwierig für ein Studio, das Monitoring-System auszutauschen. Mit regelmäßigen Überarbeitungen hat uns das vorherige System 20 Jahre lang treue Dienste geleistet. Wir wollten ein Klangbild, das sehr präzise ist, aber nicht anstrengend wirkt. Wenn du acht bis zehn Stunden arbeitest, ist ein wichtiger Parameter, den man einbeziehen sollte, dass der Klang so neutral wie möglich ist, wobei die Modellpalette in sich konsistent sein sollte. Unser Studio hat ein 7.1-Setup, aber wir haben nicht den Platz, um den Arbeitsbereich mit großformatigem Equipment zu umbauen. Als wir uns die verschiedenen Modelle anhörten, fiel uns eine gewisse Konsistenz und Kohärenz auf. Wir konnten daher für die lateralen Kanäle (Ls, Rs, Sl, Sr) kleinere Modelle verwenden. Für die tiefen Frequenzen und den LFE haben wir haben uns für das Plane-Wave-Konzept entschieden. Wir haben also drei KH 310A, vier KH 120A und zwei KH 805 Subwoofer als PWBA [Plane Wave Bass Array] genommen. Wir arbeiten in verschiedenen Formaten: Stereo, 3.1, 5.1, 7.1 linear oder mit ISO X-Kurve, je nach den Anforderungen des Distributors.

Wie lange arbeitest du schon mit Studiomonitoren von Neumann?

Wir sind vor zwei Jahren zu Neumann gewechselt, und alle sind damit glücklich. Man spürt eine gewisse Kohäsion vom Sound-Mix bis hin zur Sendung bzw. zum Vertriebskanal – ohne unangenehme Überraschungen ...

Informationen über das Studio: http://www.oreilleduchat.com/